Silver Book und Yellow Book unterscheiden sich vor allem darin, wie weit das Risiko auf den Auftragnehmer übergeht. In beiden Büchern plant und baut der Auftragnehmer. Das Silver Book ist der EPC/Turnkey-Vertrag: Der Auftragnehmer trägt fast alle Risiken für Kosten, Termine und Qualität, auch für unvorhersehbare Baugrundverhältnisse. Das Yellow Book verteilt diese Risiken gleichmäßiger, und ein Engineer begleitet die Ausführung. Welches Buch zu Ihrem Projekt in Bosnien und Herzegowina passt, hängt davon ab, wie viel Information Sie den Bietern geben können, wie viel Kontrolle Sie behalten wollen und welchen Preis Sie für Sicherheit zu zahlen bereit sind.
Kurz gesagt
- Silver Book: schlüsselfertige EPC-Projekte. Der Auftragnehmer übernimmt Design, Ausführung und weitgehend auch die Verantwortung für die Richtigkeit der Employer's Requirements.
- Yellow Book: Planung und Ausführung durch den Auftragnehmer, aber mit ausgewogenerer Risikoverteilung und einem Engineer, der den Vertrag verwaltet.
- Baugrund: Im Silver Book trägt der Auftragnehmer das Risiko unvorhersehbarer Schwierigkeiten. Bei umfangreichen Untergrundarbeiten empfiehlt FIDIC selbst das Yellow Book.
- Kontrolle: Wer Pläne prüfen und die Arbeiten eng überwachen will, ist mit dem Yellow Book besser bedient.
- BiH: Auch große Infrastrukturvorhaben im Land werden nach FIDIC abgewickelt. Zwingendes lokales Recht, Vergaberecht und die Particular Conditions entscheiden darüber, ob das gewählte Buch in der Praxis trägt.
Inhaltsverzeichnis
- Zwei Bücher, zwei Projektlogiken
- Der Vergleich auf einen Blick
- Designverantwortung und Employer's Requirements
- Risikoverteilung: Baugrund und Unvorhersehbares
- Preis- und Terminsicherheit
- Engineer oder Vertreter des Auftraggebers
- Wann FIDIC vom Silver Book abrät
- 1999 oder 2017: welche Ausgabe
- Besonderheiten in Bosnien und Herzegowina
- Particular Conditions sauber gestalten
- Unsere Perspektive
- Rechtliche Begleitung für Ihr FIDIC-Projekt
- Häufige Fragen
- Quellen
Zwei Bücher, zwei Projektlogiken
FIDIC, die internationale Vereinigung beratender Ingenieure, gibt eine Reihe von Standardverträgen heraus, die nach der Farbe ihres Einbands benannt sind. Für Projekte, bei denen der Auftragnehmer selbst plant, kommen zwei Bücher in Frage.
Das Yellow Book ist für Bauvorhaben gedacht, bei denen der Auftragnehmer Projektplanung und Ausführung übernimmt. Das Silver Book ist für schlüsselfertig zu erstellende Anlagen vorgesehen, wie eine Untersuchung zu FIDIC-Verträgen im Anlagenbau zusammenfasst. Typische Silver-Book-Projekte sind Kraftwerke, Industrieanlagen und Infrastruktur mit privater Finanzierung, bei denen Investor und Bank einen festen Preis und einen festen Fertigstellungstermin brauchen.
Der Unterschied liegt also nicht darin, wer plant. In beiden Fällen ist es der Auftragnehmer. Er liegt darin, wer die Folgen trägt, wenn etwas anders kommt als geplant, und wie eng der Auftraggeber in die Ausführung eingebunden bleibt.
Der Vergleich auf einen Blick
| Kriterium | Yellow Book | Silver Book |
|---|---|---|
| Vertragstyp | Plant & Design-Build | EPC/Turnkey |
| Planung | Auftragnehmer | Auftragnehmer |
| Verantwortung für Employer's Requirements | Auftraggeber trägt Fehler in seinen Vorgaben in größerem Umfang | Auftragnehmer übernimmt sie weitgehend, mit wenigen Ausnahmen |
| Unvorhersehbarer Baugrund | Risiko beim Auftraggeber, wenn für einen erfahrenen Auftragnehmer nicht vorhersehbar | Risiko beim Auftragnehmer (Sub-Clause 4.12) |
| Vertragsverwaltung | Engineer | Vertreter des Auftraggebers |
| Kontrolle durch den Auftraggeber | Prüfung von Unterlagen und Begleitung der Ausführung | Begrenzt; Fokus auf das Ergebnis |
| Preis- und Terminsicherheit | Hoch, aber mit mehr Nachtragsrisiken | Am höchsten, mit höherem Risikoaufschlag |
| Geeignet bei | Unvollständigen Daten, Untergrundarbeiten, Kontrollwunsch | Klaren Vorgaben, ausreichender Angebotszeit, Finanzierung mit Festpreis |
Designverantwortung und Employer's Requirements
Das Herzstück beider Bücher sind die Employer's Requirements: das Dokument, in dem der Auftraggeber beschreibt, was er am Ende erhalten will. Leistung, Kapazität, Standards, Schnittstellen, Abnahmeprüfungen.
Im Yellow Book plant der Auftragnehmer auf Grundlage dieser Vorgaben. Sind die Vorgaben selbst fehlerhaft und war der Fehler für einen erfahrenen Auftragnehmer nicht erkennbar, kann er in der Regel Zeit und Kosten geltend machen.
Im Silver Book geht die Verantwortung deutlich weiter. Nach der Beschreibung der FIDIC-Vertragsfamilie übernimmt der Auftragnehmer die volle Verantwortung für Design und Ausführung und, vorbehaltlich einiger Ausnahmen, auch für die Richtigkeit der Employer's Requirements. Ein Fehler in den Vorgaben des Auftraggebers wird damit grundsätzlich zum Problem des Auftragnehmers.
Für den Auftraggeber heißt das: Im Silver Book müssen die Employer's Requirements funktional und vollständig sein, ohne den Auftragnehmer in Lösungen zu zwingen, die er dann verantworten soll. Wer im Silver Book detaillierte Planvorgaben macht, schwächt seine eigene Risikoposition, weil der Auftragnehmer argumentieren wird, er habe nur umgesetzt, was ihm vorgeschrieben wurde.
Risikoverteilung: Baugrund und Unvorhersehbares
Der Baugrund ist der Punkt, an dem sich die beiden Bücher am deutlichsten trennen. Im Yellow Book trägt der Auftraggeber das Risiko physischer Bedingungen, die ein erfahrener Auftragnehmer bei Angebotsabgabe nicht vorhersehen konnte. Im Silver Book trägt der Auftragnehmer nach Sub-Clause 4.12 das Risiko unvorhersehbarer Schwierigkeiten. Daraus folgt eine praktische Konsequenz: Vor einem Silver-Book-Angebot sollte der Auftraggeber eine Baugrunduntersuchung beschaffen, damit die Bieter das übernommene Risiko überhaupt bewerten können.
In Bosnien und Herzegowina ist das besonders relevant. Viele Infrastruktur- und Energieprojekte liegen in bergigem Gelände, mit Tunneln, Hangsicherungen und Flussquerungen. Je größer der Anteil nicht inspizierbarer Arbeiten, desto höher der Risikoaufschlag, den ein Bieter im Silver Book einpreisen muss, oder desto größer die Gefahr, dass ein zu knapp kalkulierender Auftragnehmer in der Ausführung in Schwierigkeiten gerät.

Die Wahl des Buchs ersetzt deshalb nicht die Prüfung des Vertragspartners. Bonität, Referenzen und Registerdaten gehören vor jede Vergabe; eine Übersicht, wie man einen Bauunternehmer vor Vertragsschluss prüft, zeigt, welche Punkte dabei zählen. Beim Silver Book ist diese Prüfung noch wichtiger, weil der Auftragnehmer mehr Risiko trägt und damit wirtschaftlich stärker belastbar sein muss.
Preis- und Terminsicherheit
Beide Bücher arbeiten typischerweise mit einem Pauschalpreis. Der Unterschied liegt darin, wie viele Wege zu Mehrkosten und Fristverlängerungen offen bleiben.
Im Silver Book werden die Risiken für Termintreue, Kosten und Qualität auf den Auftragnehmer übertragen, so die FIDIC-Übersicht zur Vertragsfamilie. Für den Auftraggeber bedeutet das die größte Planbarkeit. Für finanzierte Projekte ist genau das oft der Grund, warum Banken und Investoren das Silver Book bevorzugen.
Diese Sicherheit hat einen Preis. Ein Auftragnehmer, der Baugrund, Planungsfehler in den Vorgaben und weitere Risiken übernimmt, kalkuliert Reserven ein. Das Angebot liegt deshalb in der Regel über einem vergleichbaren Yellow-Book-Angebot. Außerdem sinkt die Zahl der Bieter, die bereit sind, ein solches Risikopaket zu übernehmen.

Im Yellow Book ist der Angebotspreis oft niedriger, dafür bleiben mehr Anspruchsgrundlagen für Nachträge bestehen. Der Auftraggeber zahlt also nicht vorab für jedes Risiko, sondern nur dann, wenn es eintritt. Für Auftraggeber mit gutem Projektmanagement und Reserven im Budget kann das wirtschaftlich die bessere Rechnung sein.
Engineer oder Vertreter des Auftraggebers
Im Yellow Book verwaltet ein Engineer den Vertrag. Er prüft Unterlagen, gibt Anweisungen, bewertet Ansprüche und trifft Feststellungen, die für beide Parteien zunächst verbindlich sind. Er wird vom Auftraggeber beauftragt, muss bei Feststellungen aber fair und ausgewogen handeln.
Im Silver Book gibt es keinen Engineer. Der Auftraggeber handelt selbst oder über einen Vertreter. Das passt zur Logik des Turnkey-Vertrags: Der Auftraggeber definiert das Ergebnis und greift wenig in den Weg dorthin ein.
FIDIC zieht daraus eine klare Grenze. Will der Auftraggeber die Arbeiten eng beaufsichtigen oder kontrollieren oder die meisten Bauzeichnungen prüfen, ist das Silver Book nach FIDICs eigener Empfehlung zum Silver Book nicht geeignet. Wer die Kontrolle behalten will, muss auch einen Teil des Risikos behalten.
Wann FIDIC vom Silver Book abrät
FIDIC nennt selbst die Situationen, in denen das Silver Book nicht passt. Nach der Beschreibung des Silver Book bei FIDIC sind das vor allem drei:
- Zu wenig Zeit oder Information für die Bieter. Wenn Bieter die Employer's Requirements nicht gründlich prüfen und Design, Risikobewertung und Kalkulation nicht seriös durchführen können.
- Erhebliche Untergrundarbeiten oder Arbeiten in nicht inspizierbaren Bereichen, sofern keine besonderen Bestimmungen für unvorhergesehene Bedingungen vereinbart werden.
- Enge Aufsicht durch den Auftraggeber, wenn er die Arbeiten eng kontrollieren oder die meisten Bauzeichnungen prüfen will.
Für solche Arbeiten, die vom Auftragnehmer oder in seinem Auftrag geplant werden, empfiehlt FIDIC das Yellow Book. Diese Liste ist eine gute erste Prüfung für jedes Projekt. Trifft einer der drei Punkte zu, sollte der Auftraggeber entweder zum Yellow Book wechseln oder das Silver Book gezielt anpassen, etwa durch eine Baugrundklausel, die das Risiko teilt.
1999 oder 2017: welche Ausgabe
FIDIC hat die Bücher 2017 in zweiter Auflage neu herausgegeben. Die Änderungen betreffen Red, Yellow und Silver Book weitgehend gleichermaßen. Die neuen Ausgaben sind umfangreicher und regeln Verfahren genauer, vor allem bei Ansprüchen, Fristen und der Streitvermeidung über ein ständiges Dispute Avoidance/Adjudication Board.
Für die Praxis bedeutet das mehr Verfahrensdisziplin für beide Seiten. Wer die Mitteilungs- und Anspruchsfristen versäumt, riskiert, berechtigte Ansprüche zu verlieren. Das betrifft Auftragnehmer genauso wie Auftraggeber.
In der Region ist die Ausgabe von 1999 weiterhin verbreitet. So erfolgen Bauüberwachung und Vertragsverwaltung auf dem Abschnitt Ozimice–Poprikuše des Korridors 5C bei Žepče nach FIDIC-1999-Standards für vom Auftraggeber geplante Projekte, einschließlich Qualitätskontrolle und regelmäßiger Berichterstattung. Dort kommt also das Red Book zum Einsatz, nicht Yellow oder Silver. Das Beispiel zeigt dennoch, wie selbstverständlich FIDIC im bosnisch-herzegowinischen Infrastrukturbau geworden ist.
Welche Ausgabe Sie wählen, hängt oft vom Finanzierer ab. Internationale Entwicklungsbanken schreiben in ihren Ausschreibungsunterlagen häufig eine bestimmte Ausgabe vor. Wichtig ist, dass Sie die Ausgaben nicht mischen: Particular Conditions, die für 1999 geschrieben wurden, passen nicht auf die Klauselnummern und Verfahren von 2017.
Besonderheiten in Bosnien und Herzegowina
Ein FIDIC-Vertrag ist ein internationaler Standard, aber er wird nicht im luftleeren Raum geschlossen. In Bosnien und Herzegowina treffen ihn mehrere Ebenen des lokalen Rechts.
Zwingendes Vertragsrecht. Auch wenn die Parteien ein anderes Recht wählen, bleiben für ein Bauwerk im Land bestimmte lokale Vorschriften relevant, insbesondere zur Haftung für Mängel, die die Standsicherheit betreffen. Wie der Bauvertrag nach lokalem Recht aufgebaut ist und welche Regeln die Parteien nicht abbedingen können, erklären wir in unserem Beitrag zum Bauvertrag in Bosnien und Herzegowina.
Föderale Struktur. Baugenehmigungen und Bauvorschriften sind je nach Standort auf Ebene der Föderation, der Kantone, der Republika Srpska oder des Distrikts Brčko geregelt. Die Employer's Requirements und die Verantwortung für Genehmigungen müssen das abbilden. Im Silver Book wird häufig erwartet, dass der Auftragnehmer mehr Genehmigungen selbst beschafft. Ob das rechtlich und praktisch möglich ist, muss vor der Ausschreibung geklärt sein.
Öffentliche Vergabe. Bei öffentlichen Auftraggebern bestimmt das Vergaberecht, wie Ausschreibung, Bewertung und Vertragsänderungen ablaufen. Spätere Änderungen am Vertrag sind dort enger begrenzt als zwischen privaten Parteien. Die Particular Conditions sollten deshalb bereits bei der Ausschreibung stehen.
Sprache und Dokumente. FIDIC-Verträge werden meist auf Englisch geschlossen. Für Behörden, Gerichte und lokale Subunternehmer brauchen Sie oft Fassungen in der Landessprache. Legen Sie fest, welche Sprachfassung im Zweifel gilt.
Streitbeilegung. FIDIC sieht nach dem Board-Verfahren ein internationales Schiedsverfahren vor. Sitz, Institution und anwendbares Recht müssen zu Ihren Vertragspartnern und zur Vollstreckbarkeit in BiH passen. Was das für Unternehmen bedeutet, zeigt unsere Erklärung zur Schiedsgerichtsbarkeit für Unternehmen. Einen Überblick über typische Vertragsrisiken im Land gibt unser Beitrag zum Vertragsrecht in Bosnien.
Particular Conditions sauber gestalten
Die General Conditions sind der Standard. Die eigentliche Risikoverteilung Ihres Projekts entsteht in den Particular Conditions. Hier entscheidet sich, ob ein Silver Book wirklich ein Silver Book bleibt oder ob ein Yellow Book faktisch zum Turnkey-Vertrag umgebaut wurde.
Bewährt hat sich ein knapper Ansatz: Particular Conditions kurz halten und jede Streichung aus den General Conditions mit Begründung dokumentieren. Das macht die Risikoverteilung für Bieter, Finanzierer und später für ein Schiedsgericht nachvollziehbar. Die Punkte, die wir bei FIDIC-Projekten in BiH regelmäßig prüfen:
- Baugrundrisiko: Im Silver Book gegebenenfalls eine Teilung des Risikos oder eine Referenz auf ein verbindliches Baugrundgutachten.
- Genehmigungen: Wer beschafft welche Genehmigung auf welcher Verwaltungsebene, und was gilt bei Verzögerungen durch Behörden?
- Anwendbares Recht und zwingende Vorschriften: Abgleich der Haftungs- und Gewährleistungsregeln mit dem lokalen Recht.
- Sicherheiten: Höhe und Form von Erfüllungs- und Vorauszahlungsgarantien, ausgestellt von Banken, die der Auftraggeber akzeptiert.
- Änderungen (Variations): Ein klarer Ablauf für Anweisung, Bewertung und Freigabe. Wie ein strukturierter Change-Order-Prozess in der Praxis Schritt für Schritt aussieht, lässt sich gut auf FIDIC-Variations übertragen.
- Haftungsbegrenzung und Vertragsstrafen: Obergrenzen, die zum Risikoprofil des gewählten Buchs passen.
- Streitbeilegung: Besetzung des Boards, Schiedsort und Schiedsinstitution.
Nach Vertragsschluss beginnt die eigentliche Arbeit: Fristen überwachen, Mitteilungen dokumentieren, Nachträge sauber führen. Wie das systematisch gelingt, beschreibt unser Leitfaden zum Vertragsmanagement in Bosnien und Herzegowina.
Unsere Perspektive
Die Wahl zwischen Silver Book und Yellow Book ist keine Formalie. Sie ist eine wirtschaftliche Entscheidung über Risiko, Preis und Kontrolle, und sie fällt am Anfang eines Projekts, wenn Änderungen noch wenig kosten.
In unserer Beratung internationaler Unternehmen in Bosnien und Herzegowina sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Ein Auftraggeber wählt das Silver Book, weil Finanzierer Preissicherheit verlangen, will aber gleichzeitig jede Zeichnung prüfen und liefert nur lückenhafte Baugrunddaten. Ein solcher Vertrag verspricht Sicherheit, die er in der Ausführung nicht halten kann.
Wir setzen deshalb auf Prävention statt Reaktion. Wir prüfen vor der Ausschreibung, ob das Projekt die Voraussetzungen des gewählten Buchs erfüllt, gleichen die Particular Conditions mit dem lokalen Recht ab und strukturieren Genehmigungen, Sicherheiten und Streitbeilegung so, dass sie in BiH funktionieren. Auf Seiten des Auftragnehmers prüfen wir, welche Risiken ein Angebot wirklich übernimmt, bevor es abgegeben wird.
Ein gut gewähltes und sauber angepasstes FIDIC-Buch ist das beste Mittel gegen spätere Streitigkeiten. Darauf richten wir unsere Arbeit aus.
Franjo
Rechtliche Begleitung für Ihr FIDIC-Projekt
Vucic Legal berät internationale Unternehmen, Investoren und Auftragnehmer bei Bau- und Infrastrukturprojekten in Bosnien und Herzegowina: von der Wahl des passenden FIDIC-Buchs über die Gestaltung der Particular Conditions bis zur Begleitung von Nachträgen und Streitigkeiten. Unsere Schwerpunkte im Immobilien- und Baurecht, in der grenzüberschreitenden Beratung sowie in Streitstrategie und Risikomanagement greifen dabei ineinander.

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Häufige Fragen
Plant der Auftragnehmer im Yellow Book und im Silver Book gleichermaßen?
Ja. In beiden Büchern übernimmt der Auftragnehmer Planung und Ausführung. Der Unterschied liegt in der Risikoverteilung: Im Silver Book trägt er zusätzlich weitgehend die Verantwortung für die Richtigkeit der Employer's Requirements und für unvorhersehbare Schwierigkeiten.
Ist das Silver Book für den Auftraggeber immer die sicherere Wahl?
Es bietet die höchste Preis- und Terminsicherheit, wenn das Projekt dafür geeignet ist. Fehlen Baugrunddaten, ausreichende Angebotszeit oder will der Auftraggeber eng kontrollieren, empfiehlt FIDIC das Yellow Book. Die sicherere Wahl ist das Buch, das zu den Bedingungen Ihres Projekts passt.
Kann man ein FIDIC-Buch nach bosnisch-herzegowinischem Recht verwenden?
Ja. FIDIC-Verträge werden in Bosnien und Herzegowina bei Infrastrukturprojekten eingesetzt. Die Particular Conditions sollten jedoch auf zwingende lokale Vorschriften, Genehmigungsverfahren und bei öffentlichen Auftraggebern auf das Vergaberecht abgestimmt werden.
Sollte ich die Ausgabe 1999 oder 2017 verwenden?
Das hängt häufig von Finanzierer und Auftraggeber ab, da viele Ausschreibungen eine Ausgabe vorgeben. Die Ausgabe 2017 regelt Ansprüche und Streitvermeidung detaillierter und verlangt mehr Verfahrensdisziplin. Wichtig ist, dass Particular Conditions zur gewählten Ausgabe passen.
Wann sollte ein Anwalt in ein FIDIC-Projekt eingebunden werden?
Idealerweise vor der Ausschreibung oder vor Abgabe des Angebots. In dieser Phase lassen sich Risikoverteilung, Particular Conditions und Streitbeilegung noch ohne Mehrkosten gestalten. Später geht es meist nur noch um die Begrenzung von Schäden.
Quellen
- Nomos: Anlagenbau und Naturkatastrophen, vertragliche Risikoverteilung (IWRZ)
- FIDIC: The FIDIC Suite of Contracts
- FIDIC: EPC/Turnkey Contract, 2nd Edition (2017 Silver Book)
- Imhora: Red, Yellow and Silver Books, Risk, Design and Payment
- Klix.ba: Neuer Tender für die Bauüberwachung auf dem Abschnitt Ozimice–Poprikuše
- SzopaLabs: Bauunternehmer vor Vertragsschluss prüfen
- Ask Hayley: Change-Order-Prozess
