Für Energieerzeugungsanlagen ab 1 MW ist in der Föderation BiH eine Energetska dozvola Pflicht, ausgestellt vom Federalno ministarstvo energije, rudarstva i industrije (FMERI). Der erste Schritt ist immer die Prüfung der dinglichen Rechte am Grundstück, parallel dazu sollten Sie früh mit dem zuständigen Netzbetreiber sprechen. Bei größeren Vorhaben laufen Umwelt- und Konzessionsverfahren meist gleichzeitig mit dem Genehmigungsantrag.
Kurz gesagt:
- Anlagen über 1 MW in der FBiH benötigen eine Energetska dozvola, die vom FMERI ausgestellt wird; Wasserkraftwerke sind hiervon ausgenommen.
- Die Dauer des Genehmigungsverfahrens hängt stark von der parallelen Bearbeitung der erforderlichen Unterlagen ab und liegt durchschnittlich zwischen 3 und 6 Monaten.
- Unvollständige Anträge, insbesondere bei Grundbuchauszügen und Nutzungsrechten, führen häufig zu erheblichen Verzögerungen oder Ablehnungen.
- Für Solarprojekte unter 1 MW ist seit Juli 2024 keine Energetska dozvola mehr erforderlich, was den Genehmigungsprozess stark vereinfacht.
- Frühzeitige Abstimmung mit Netzbetreibern bei den Anschlussbedingungen kann mehrere Monate sparen und vermeidet teure Verzögerungen im späteren Projektverlauf.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Behörden entscheiden über energetski projekti dozvole bih?
- Hodogram: So läuft der Genehmigungsantrag in FBiH ab
- Welche Unterlagen verlangt der Antrag nach dem Pravilnik?
- Braucht jedes Projekt eine Energetska dozvola?
- Wie hängen Netzanschluss und SERC-Lizenz zusammen?
- Warum professionelle Rechtsberatung den Prozess beschleunigt
- Zeitplan und Kosten: Was Sie realistisch einplanen sollten
- Was verzögert Projekte am häufigsten?
- Was passiert bei einem abgelehnten Antrag?
- Mit welchen Gebühren müssen Sie rechnen?
- Welche Gesetze und Verordnungen sind maßgeblich?
- Wo finden Sie die Originaldokumente?
- Was der Genehmigungsprozess wirklich verlangt
- Wie Vucic Legal Sie durch das Genehmigungsverfahren begleitet
- Quellen
- FAQ
Welche Behörden entscheiden über energetski projekti dozvole bih?
Die Zuständigkeit für energetski projekti dozvole bih ist in Bosnien und Herzegowina nicht zentral organisiert, sondern über mehrere Verwaltungsebenen verteilt. Das FMERI ist in der Föderation BiH die Schlüsselbehörde für die Erteilung der Energetska dozvola. Es prüft den Antrag fachlich, entscheidet über die Einhaltung der Kriterien aus dem Pravilnik und trägt das Ergebnis in ein öffentliches Register ein.
Daneben spielen kantonale und kommunale Stellen eine Rolle, vor allem bei urbanistischen Zustimmungen und beim Grundstücksrecht. Diese Ebene entscheidet, ob ein Standort überhaupt bebaut werden darf, bevor das Ministerium den energierechtlichen Teil prüft. In der Republika Srpska und im Distrikt Brčko gelten eigene Verfahren mit anderen Zuständigkeiten und Formularen. Wer ein Projekt entitätsübergreifend plant, muss also zwei oder drei parallele Systeme kennen, nicht nur eines.
Das Registar energetskih dozvola ist dabei die praktische Anlaufstelle für jeden Antragsteller. FMERI pflegt dieses Register laufend, zuletzt aktualisiert am 17. April 2026, und listet erteilte Genehmigungen mit Projektnamen, Leistung und Datum auf. Wer das Register regelmäßig prüft, sieht Vergleichsfälle aus der eigenen Branche und bekommt ein Gefühl für realistische Bearbeitungszeiten. Das ist mehr wert als jede Behauptung aus einem Beratungsgespräch, denn es zeigt echte Entscheidungen.
Die State Electricity Regulatory Commission (SERC) kommt erst später ins Spiel, meist nach der Energetska dozvola. Sie ist zuständig für Vorabgenehmigungen (preliminary permits) und für die Lizenz zum Betrieb der Anlage, nicht für die Genehmigung selbst. Wer diese Reihenfolge verwechselt, verliert wertvolle Wochen, weil SERC ohne gültige Energetska dozvola in der Regel keinen Antrag bearbeitet.

Hodogram: So läuft der Genehmigungsantrag in FBiH ab
Der Weg zur Energetska dozvola folgt keinem starren Einbahnprozess, auch wenn viele Leitfäden das so darstellen. In der Praxis laufen mehrere Schritte parallel, und genau diese Parallelität entscheidet, ob ein Projekt in einem Jahr oder in drei Jahren genehmigt wird.
- Projektkonzept und Machbarkeitsstudie. Am Anfang steht die Studija izvodljivosti: technische Auslegung, Standortwahl, Wirtschaftlichkeitsrechnung. Ohne diese Studie akzeptiert das Ministerium den Antrag später nicht.
- Dingliche Rechte sichern. Parallel dazu muss die Verfügungsgewalt über das Grundstück geklärt werden, also Eigentum oder ein rechtssicherer Pachtvertrag, belegt durch einen aktuellen Katasterauszug. Genau hier scheitern die meisten Projekte in der ersten Runde, weil Grundbucheinträge veraltet oder strittig sind.
- Urbanistische Zustimmung einholen. Die Lokacijska informacija oder die urbanistička saglasnost bestätigt, dass die geplante Nutzung mit dem Raumordnungsplan der Gemeinde vereinbar ist. Diese Zustimmung kommt von der kantonalen oder kommunalen Behörde, nicht vom FMERI.
- Umweltprüfung klären. Bei größeren Anlagen verlangt das Gesetz eine Environmental Impact Assessment (EIA). Ob eine volle Prüfung nötig ist oder eine vereinfachte Einschätzung reicht, hängt von Anlagentyp und Standort ab, etwa Nähe zu Schutzgebieten oder Wasserläufen.
- Vollständige Unterlagen beim FMERI einreichen. Erst wenn Studie, Grundstücksrechte und urbanistische Zustimmung vorliegen, ergibt die Einreichung nach dem Pravilnik Sinn. Ein unvollständiger Antrag wird meist formal zurückgewiesen, nicht inhaltlich geprüft.
- Netzanschluss parallel abstimmen. Während das Ministerium prüft, sollten Sie bereits mit dem Netzbetreiber über priključni uslovi (Anschlussbedingungen) sprechen. Das spart später Monate, weil technische Anschlussfragen oft der eigentliche Flaschenhals sind.
- Konzessionsverfahren, falls erforderlich. Bei Wasserkraft und bei Anlagen auf öffentlichem Grund oder in geschützten Gebieten braucht es zusätzlich eine Konzession. Dieses Verfahren läuft über eine eigene Kommission und kann eine Bankgarantie verlangen.
- Bescheid und Pflichten nach Erteilung. Mit der Erteilung der Energetska dozvola beginnen Fristen: für Baubeginn, für den Nachweis des Netzanschlusses, für Berichtspflichten gegenüber der Behörde.
Ein Praxishinweis, den viele Antragsteller unterschätzen: Schritte 2, 3 und 6 lassen sich fast immer gleichzeitig bearbeiten, wenn man früh genug verschiedene Ansprechpartner parallel kontaktiert. Wer wartet, bis ein Schritt „fertig“ ist, bevor er den nächsten beginnt, verdoppelt die Verfahrensdauer ohne Not. Die Analyse regulatorischer Hürden für Investitionen im Energiesektor der FBiH bestätigt, dass genau diese fehlende Parallelisierung eine der Hauptursachen für lange Verfahren ist.
Welche Unterlagen verlangt der Antrag nach dem Pravilnik?
Der Pravilnik o izdavanju energetske dozvole legt fest, was ein Antrag mindestens enthalten muss. Fehlt eine Position, wird der Antrag formal beanstandet, was allein schon Wochen kostet.
Das Antragsformular (Prilog I) verlangt unter anderem:
- Name und Beschreibung des Projekts sowie vollständige Daten des Antragstellers
- Genauer Standort der Anlage mit Katasterparzelle
- Technische Kennzahlen: installierte Leistung in MW, priključna snaga (Anschlussleistung), Spannungsebene
- Geplante jährliche Produktionsmenge in MWh
- Zeitplan für Bau und geplante Inbetriebnahme
- Finanzierungsplan und Nachweis der wirtschaftlichen Tragfähigkeit
Als Beilagen fordert der Pravilnik regelmäßig die Studija izvodljivosti, ein idejno rješenje (Vorentwurf der technischen Lösung), die urbanistička saglasnost oder lokacijska informacija, einen aktuellen Nachweis über bezahlte Steuerverbindlichkeiten, eine Bescheinigung, dass kein Insolvenzverfahren läuft, und bei Bedarf den Konzessionsvertrag sowie die EIA-Unterlagen.
Profi-Tipp: Beschaffen Sie den Katasterauszug und die notarielle Bestätigung der Nutzungsrechte als Allererstes, nicht als letzten Punkt vor der Einreichung. Diese beiden Dokumente haben die längste Bearbeitungszeit bei den zuständigen Ämtern und blockieren erfahrungsgemäß am häufigsten den gesamten Antrag.

Ein praktischer Vergleich: Projekte, die mit unvollständigem Grundbuchnachweis eingereicht werden, gehören zu den häufigsten Fällen, in denen ein Antrag gar nicht erst inhaltlich geprüft wird. Ein solider Prozess der rechtlichen Due Diligence am Anfang verhindert genau dieses Szenario.
Braucht jedes Projekt eine Energetska dozvola?
Nicht jede Anlage fällt unter die Genehmigungspflicht. Der Pravilnik sieht klare Schwellen vor, und wer sie kennt, spart sich unter Umständen das gesamte Verfahren.
- Anlagen mit einer installierten Leistung unter 1 MW brauchen grundsätzlich keine Energetska dozvola, mit Ausnahme von Wasserkraftwerken.
- Seit der Reform im Juli 2024 gilt das ausdrücklich für Solaranlagen: Photovoltaikprojekte unter 1 MW sind von der Genehmigungspflicht befreit, ein spürbarer Unterschied zur früheren Rechtslage.
- Bei Wasserkraft gilt eine strengere Sonderregel: Kleine Hydroelektrane unter 10 MW sind von der Ausnahme meist ausgeschlossen, außer bei gravitacioni vodovodi (Trinkwasserleitungen mit Gefälle-Nutzung).
- Eine erteilte Energetska dozvola gilt in der Regel fünf Jahre. Wird innerhalb dieser Frist nicht mit dem Bau begonnen, verfällt die Genehmigung.
Wer sein Projekt falsch einordnet, etwa eine 950-kW-Anlage als „ausnahmefrei“ behandelt, obwohl technische Erweiterungen später über die Schwelle führen, riskiert einen nachträglichen Baustopp. Solche Fehleinschätzungen sind bei Solarprojekten besonders häufig, weil Investoren die Leistung oft knapp unter der Grenze planen, ohne Erweiterungsoptionen rechtlich abzusichern.
Wie hängen Netzanschluss und SERC-Lizenz zusammen?
Die Energetska dozvola ist meist die Eintrittskarte für alles Weitere, nicht der Schlusspunkt des Verfahrens. Ohne gültige Genehmigung akzeptiert der Netzbetreiber in der Regel keinen verbindlichen Antrag auf Netzanschluss, und ohne Anschlusszusage vergibt SERC keine Lizenz zum Betrieb.
Der Netzbetreiber liefert die priključni uslovi, also die technischen Anschlussbedingungen: Spannungsebene, Einspeisepunkt, notwendige Netzverstärkungen. Diese Bedingungen können erheblich variieren, je nachdem wie nah die Anlage an einem belastbaren Netzknoten liegt. Ein Beispiel für die Detailtiefe solcher Auflagen zeigt die Preliminary-Permit-Entscheidung für ein Photovoltaikprojekt in Donji Rahić: Sie enthält konkrete Fristen für den Baubeginn, technische Parameter und laufende Berichtspflichten während der Bauphase.
SERC vergibt zunächst preliminary permits, bevor die eigentliche Betriebslizenz erteilt wird. Diese Vorabgenehmigungen sind an Bedingungen gekoppelt, etwa regelmäßige Fortschrittsberichte oder die Einhaltung technischer Standards. Wer diese Berichtspflichten ignoriert, riskiert den Widerruf der Vorabgenehmigung, selbst wenn die Bauarbeiten planmäßig laufen.
Die praktische Empfehlung lautet: Holen Sie die vorläufigen Anschlussbedingungen so früh wie möglich ein, idealerweise parallel zur Einreichung der Energetska dozvola. Wer erst nach der Genehmigung mit dem Netzbetreiber spricht, verliert oft mehrere Monate, weil Netzkapazität nicht auf Zuruf verfügbar ist.
Warum professionelle Rechtsberatung den Prozess beschleunigt
Die häufigste Ursache für Verzögerungen ist selten die eigentliche Genehmigung. Es sind die vorgelagerten Fragen: Wem gehört das Grundstück wirklich, wer hat Nutzungsrechte, welche Auflagen kollidieren zwischen kantonaler und föderaler Ebene. Eine frühzeitige rechtliche Prüfung der dinglichen Rechte verhindert genau das Szenario, das laut der Analyse der EPBiH zu regulatorischen Hürden am häufigsten zu Projektverzögerungen führt: die Fragmentierung der Zuständigkeiten zwischen Föderation, Kantonen und Gemeinden.
Ein Investor, der ohne juristische Begleitung startet, merkt die Fragmentierung oft erst, wenn zwei Behörden widersprüchliche Anforderungen stellen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld, weil technische Gutachten dann teilweise neu erstellt werden müssen.
Profi-Tipp: Lassen Sie die Grundstücks- und Nutzungsrechte prüfen, bevor Sie einen Cent in die technische Planung investieren. Eine saubere Katasterlage entscheidet oft mehr über den Zeitplan als die Qualität der technischen Studie.
Der praktische Nutzen einer Mandatierung liegt in drei Bereichen: zentrale Koordination aller Dokumente statt verstreuter Zuständigkeiten, konsequentes Fristenmanagement über alle Verfahrensebenen hinweg, und direkte Kommunikation mit den beteiligten Behörden. Wer als Investor selbst zwischen FMERI, Kantonsverwaltung und Netzbetreiber pendelt, verliert schnell den Überblick über parallele Fristen. Eine rechtliche Begleitung beim Markteintritt bündelt diese Kommunikation an einer Stelle und reduziert damit das Risiko, dass eine Frist unbemerkt verstreicht.
Zeitplan und Kosten: Was Sie realistisch einplanen sollten
Ein realistischer Zeitplan schützt vor bösen Überraschungen bei der Finanzierung, denn Banken und Investoren fragen früh nach Meilensteinen.
- Vorstudien und Machbarkeitsanalyse: etwa 1 bis 3 Monate, abhängig von Standortkomplexität und Datenverfügbarkeit.
- Umweltprüfung (falls nötig): zwischen 3 und 9 Monaten, je nach Anlagengröße und ökologischer Sensibilität des Standorts.
- Bearbeitung der Energetska dozvola selbst: in der Praxis bis zu 90 bis 180 Tage, wobei ein vollständiger Antrag deutlich schneller läuft als einer mit Nachforderungen.
- Netzanschlussverfahren: zeitlich variabel, abhängig von verfügbarer Netzkapazität am Einspeisepunkt.
Bei den Kosten dominieren drei Blöcke: technische und ökologische Gutachten, Verwaltungsgebühren bei den beteiligten Behörden, und bei Konzessionsverfahren mitunter eine Bankgarantie oder andere Sicherheiten. Die genaue Höhe variiert stark nach Projektgröße und Kanton, weshalb pauschale Zahlen wenig Aussagekraft haben.
Denken Sie an die fünfjährige Gültigkeit der Dozvola als festen Rahmen, nicht als Puffer. Wer Baubeginn und Netzanschluss erst im vierten Jahr angeht, hat kaum noch Spielraum für unerwartete Verzögerungen. Planen Sie deshalb bewusst einen zeitlichen Puffer ein und bearbeiten Sie kritische Schritte, wo immer möglich, parallel statt sequenziell.
Was verzögert Projekte am häufigsten?
Zwei Ursachen erklären die meisten Verzögerungen, die Investoren in Bosnien und Herzegowina erleben. Die erste sind ungeklärte dingliche Rechte am Grundstück: fehlende Grundbucheinträge, widersprüchliche Eigentumsverhältnisse oder Pachtverträge ohne notarielle Absicherung. Die zweite ist die Dezentralisierung der Zuständigkeiten selbst, also der Umstand, dass föderale, kantonale und kommunale Behörden unterschiedliche Formulare, Fristen und teils widersprüchliche Anforderungen stellen.
Beide Risiken lassen sich reduzieren, aber nicht vollständig eliminieren. Für die Grundstücksfrage gilt: ein aktueller, unstrittiger Katasterauszug vor jeder weiteren Investition ist die günstigste Versicherung, die ein Projekt haben kann. Für die Behördenfragmentierung gilt: eine zentrale Koordinationsstelle, die alle Anträge im Blick behält, verhindert, dass eine Genehmigung auf einer Ebene erteilt wird, während eine andere Ebene noch offene Fragen hat.
Ein drittes, oft übersehenes Risiko betrifft Änderungen am Projekt selbst. Wird die geplante Leistung nach der ersten Einreichung erhöht, etwa von 950 kW auf 1,2 MW, ändert sich die gesamte Genehmigungspflicht. Was als ausnahmefreies Projekt startete, braucht plötzlich die volle Energetska dozvola. Wer solche Änderungen nicht sofort rechtlich neu bewertet, riskiert einen Baustopp mitten in der Umsetzung.
Was passiert bei einem abgelehnten Antrag?
Eine Ablehnung ist selten das Ende eines Projekts, aber sie kostet Zeit, wenn die Reaktion falsch gewählt wird. Das FMERI begründet eine Ablehnung schriftlich, meist mit Verweis auf fehlende oder unvollständige Unterlagen, technische Mängel im idejno rješenje oder ungeklärte Grundstücksverhältnisse.
Gegen eine ablehnende Entscheidung steht grundsätzlich der Verwaltungsrechtsweg offen: ein Rechtsmittel gegen den Bescheid, das innerhalb der im Bescheid genannten Frist einzulegen ist. Parallel dazu lohnt sich in vielen Fällen der pragmatischere Weg: die Mängel beheben und einen nachgebesserten Antrag einreichen, statt monatelang auf einen Rechtsmittelbescheid zu warten.
Welcher Weg sinnvoller ist, hängt vom Grund der Ablehnung ab. Bei einem rein formalen Mangel, etwa einer fehlenden Unterschrift oder einem veralteten Katasterauszug, ist die Nachbesserung fast immer schneller als ein Einspruch. Bei einer inhaltlichen Ablehnung, etwa weil die Behörde die urbanistische Zustimmung anders bewertet als der Antragsteller, kann ein Rechtsmittel notwendig sein, um die Rechtsauffassung klären zu lassen.
In jedem Fall gilt: Lesen Sie die Ablehnungsbegründung genau, bevor Sie reagieren. Eine pauschale Nachbesserung ohne die tatsächliche Ursache zu beheben, führt fast sicher zu einer zweiten Ablehnung, und damit zu einem weiteren verlorenen Verfahrenszyklus.
Mit welchen Gebühren müssen Sie rechnen?
Der Genehmigungsprozess für energetski projekti dozvole bih ist nicht gebührenfrei, auch wenn die genaue Höhe der Verwaltungsgebühren je nach Kanton und Behörde variiert. Für die Bearbeitung des Antrags beim FMERI fällt eine Verwaltungsgebühr an, deren Höhe sich nach der Art und Größe der Anlage richtet.
Zusätzlich entstehen Kosten, die formal keine Behördengebühren sind, aber ebenso einzuplanen sind: die technische Studie, die urbanistische Zustimmung bei der Kommune, gegebenenfalls die Umweltprüfung, und bei Konzessionsverfahren eine Bankgarantie oder eine vergleichbare Sicherheit. Diese Sicherheit soll gewährleisten, dass ein Investor ein Projekt nicht nur auf dem Papier plant, sondern tatsächlich realisiert.
Wer die Kosten unterschätzt, gerät oft in ein Finanzierungsproblem mitten im Verfahren: Die Bank verlangt eine gültige Genehmigung, bevor sie den Kredit auszahlt, aber die Genehmigung selbst kostet bereits Geld, das noch nicht finanziert ist. Eine realistische Kostenplanung berücksichtigt deshalb beide Seiten gleichzeitig, nicht nacheinander.
Genaue Gebührentabellen veröffentlicht das zuständige Ministerium in der Regel direkt bei den Antragsformularen. Es lohnt sich, diese Angaben vor der Einreichung noch einmal aktuell zu prüfen, da sich Gebührensätze ändern können.
Welche Gesetze und Verordnungen sind maßgeblich?
Die rechtliche Grundlage für energetski projekti dozvole bih in der Föderation BiH bildet in erster Linie der Pravilnik o izdavanju energetske dozvole. Er regelt Kriterien, Formularinhalte und die Liste der Anlagen, die unter die Genehmigungspflicht fallen.
Ergänzend greifen Vorschriften zur Raumplanung auf kantonaler Ebene, das Wasserrecht bei Vorhaben in Gewässernähe, und bei größeren Projekten die Umweltgesetzgebung zur Environmental Impact Assessment. Für Vorhaben mit Netzanschluss sind zusätzlich die Regularien der SERC relevant, insbesondere zu preliminary permits und Betriebslizenzen.
Wer die Zusammenhänge zwischen diesen Ebenen unterschätzt, sollte die Analyse der EPBiH zu Hemmnissen im Energiesektor der FBiH lesen. Sie beschreibt konkret, welche Gesetzeslücken und Überschneidungen in der Praxis zu Verzögerungen führen, und liefert damit eine realistischere Einschätzung als eine reine Gesetzeslektüre.
Wo finden Sie die Originaldokumente?
Für eine eigenständige Prüfung lohnt sich der direkte Blick in die Primärquellen, statt sich auf Zusammenfassungen zu verlassen.
Das Registar energetskih dozvola beim FMERI zeigt erteilte Genehmigungen mit Projektdetails. Der Pravilnik o izdavanju energetske dozvole steht als PDF zum Download bereit und enthält den vollständigen Gesetzestext samt Anlagen. Für Netzanschluss- und Lizenzfragen liefert die Preliminary-Permit-Entscheidung der DERK ein konkretes Beispiel für die Art von Auflagen, die SERC in der Praxis stellt.
Für eine kritischere Einordnung der aktuellen Rechtslage bietet die Bankwatch-Analyse zum Genehmigungsprozess in Bosnien und Herzegowina eine externe Perspektive, die auch Umwelt- und Beteiligungsfragen einbezieht, nicht nur die reine Verfahrenstechnik.
Was der Genehmigungsprozess wirklich verlangt
Die meisten Leitfäden zu diesem Thema zitieren Gesetzestexte, ohne zu sagen, was ein Investor am Montagmorgen tatsächlich tun soll. Das ist die eigentliche Lücke. Der Pravilnik erklärt, welche Kriterien gelten, aber nicht, in welcher Reihenfolge man realistisch vorgeht, wenn drei Behörden gleichzeitig involviert sind.
Meine Einschätzung nach der Auswertung der verfügbaren Verfahrensdaten: Das größte Risiko liegt nicht in der Energetska dozvola selbst, sondern in der Annahme, sie sei ein sequenzieller letzter Schritt. Wer sie als Startpunkt für Netzanschluss und Konzession begreift, statt als Endpunkt der Vorbereitung, gewinnt Monate. Die konventionelle Beratung konzentriert sich zu stark auf die Antragsformulare und zu wenig auf die Grundstücksfrage, die in der Praxis öfter zum Stillstand führt als jedes technische Detail.
Was Sie priorisieren sollten: die dingliche Rechtslage am Standort, noch bevor die technische Studie fertig ist. Alles andere lässt sich nachholen. Ein ungeklärtes Grundbuch nicht.
— Franjo
Wie Vucic Legal Sie durch das Genehmigungsverfahren begleitet
Eine zentrale Anlaufstelle kann Investoren in Bosnien und Herzegowina die Koordination zwischen Ministerium, Kanton und Netzbetreiber erleichtern und so parallele Baustellen vermeiden.

Unterstützung bei der rechtlichen Prüfung von Grundstücks- und Nutzungsrechten, der Vorbereitung von Antragsunterlagen, der Koordination mit Behörden und Netzbetreibern sowie bei Vertrags- und Konzessionsfragen kann besonders bei größeren Projekten oder bei komplizierten Grundstücksverhältnissen hilfreich sein.
Wer sein Energieprojekt konkret vorantreiben will, findet die relevanten Beratungsleistungen auf der Services-Seite von Vucic Legal. Ein erstes Gespräch klärt, welche Schritte in Ihrem Fall parallel laufen können und wo die größten Zeitrisiken liegen.
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Anwalt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte Rechtsfachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.
Quellen
- Renewable Energy Permitting in Bosnia and Herzegovina — Bankwatch
- Fmeri
- Energetika
- PRELIMINARY PERMIT CONDITIONS FOR THE CONSTRUCTION OF A POWER GENERATION FACILITY — DERK
FAQ
Ab welcher Leistung ist eine Energetska dozvola in FBiH Pflicht?
Ab einer installierten Leistung von 1 MW ist die Genehmigung Pflicht, mit Ausnahme von Wasserkraftwerken, für die strengere Sonderregeln gelten.
Wer erteilt die Energetska dozvola?
Das Federalno ministarstvo energije, rudarstva i industrije erteilt die Genehmigung und veröffentlicht sie im Registar energetskih dozvola.
Wie lange ist eine erteilte Energetska dozvola gültig?
Die Genehmigung gilt in der Regel fünf Jahre. Beginnt der Bau nicht innerhalb dieser Frist, verfällt sie.
Brauchen kleine Solaranlagen unter 1 MW eine Genehmigung?
Nein, seit Juli 2024 sind Photovoltaikanlagen unter 1 MW von der Genehmigungspflicht befreit.
Kann Vucic Legal bei der Antragsvorbereitung unterstützen?
Ja, Vucic Legal begleitet Investoren bei der Prüfung der Grundstücksrechte, der Zusammenstellung der Antragsunterlagen und der Koordination mit den zuständigen Behörden. Details zu den Leistungen finden Sie auf der Services-Seite.
